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Über uns

Das Schnürschuh Theater wurde 1976 gegründet und ist seit 1994 in der Bremer Neustadt mit einer eigenen Spielstätte verankert. Seitdem inszenieren wir tagsüber als Botschafter von Toleranz und Mut Theater für Kinder und Jugendliche. Im Abendprogramm zeigen wir einem breiten Publikum moderne Eigenproduktionen und vielfältige Gastspiele. Unsere Inszenierungen berühren durch ihre poetische Schlichtheit und die Nähe zum Publikum. Sie zeigen, dass es oft die kleinen Dinge sind, die erzählerische und dramaturgische Tiefe erzeugen.

Unser Theatercafé lädt vor und nach den Vorstellungen zum Verweilen und zu Gesprächen mit dem Ensemble ein.

Grußwort zur Spielzeit 2023/2024: GUT:MENSCH

Liebes Publikum,

Im September 2023 startet die 29. Spielzeit des Schnürschuh Theaters.

Und das Motto GUT:MENSCH soll Anlass zum Hinterfragen sein. Ist es naiv, gut zu sein? Sind Menschen überhaupt fähig, gut zu handeln? Und führt das, was wir heute als gute Tat empfinden im Rückblick überhaupt zu einer besseren Gegenwart?

„Gutmensch, Unwort des Jahres 2015. Ein Wort wie ein rotes Tuch. Alle schauen hin. Gleichzeitig macht Gutmensch jeden Verwender zum Bekenne. Wer echte Nachhaltigkeit konsequent unterstützt, ist nun mal ein Gutmensch und in aller Regel auch stolz darauf.“, erklärt Dora, Protagonistin in Juli Zehs Über Menschen die Verwendung des „Unwortes“ in ihrer neuesten Werbekampagne.

Auch in dieser Spielzeit stellt die Auswahl der Inszenierungen die Themen Toleranz, Vielfalt und Mut zur Menschlichkeit in den Vordergrund. Besonders freuen wir uns dabei im September auf die Premiere Über Menschen von Juli Zeh, inszeniert und dramatisiert von Pascal Makowka. Der gleichnamige Roman der Autorin stand wochenlang an der Spitze der Bestseller-Listen und wurde vor kurzem als Theaterstück an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Nun folgen zahlreiche Inszenierungen in ganz Deutschland, jeweils in eigenen Dramatisierungen. Grund ist sicherlich die Fähigkeit der Autorin die bundesdeutsche Wirklichkeit mit Themen wie Rechtsextremismus, sozialen und wirtschaftlichen Ängsten der modernen Gesellschaft aktuell und voller spannender Denkansätze abzubilden. Wie es die Band Kraftclub in einem ihrer Texte ausdrückt: „…Nazis raus schreit es sich leichter, dort wo es keine Nazis gibt!“ Sind wir Bubblemenschen, Gutmenschen, Wutmenschen oder doch einfach nur Menschen?

Das Schnürschuh Theater eignet sich mit seiner Nähe zum Publikum sowie der Tradition, Ort der Begegnung und Diskussion zu sein, hervorragend für dieses Stück, welches herausfordert die eigenen moralischen Komfortzonen zu hinterfragen.

Auch in unserem Weihnachtsmärchen macht sich eine junge Protagonistin auf die Suche nach dem Guten im Menschen. Sie ist erst 127 Jahre alt, Die kleine Hexe. Ganz so alt ist der Klassiker von Ottfried Preußler nicht und ohnehin hat die sympathische, quirlige und leicht anarchistische Hauptfigur nichts an Aktualität eingebüßt. Damals wie auch heute machen Kinder gottlob nicht alles genau so, wie die Erwachsenen es von ihnen erwarten. So auch die kleine Hexe, die nach einem Regelverstoß aufgefordert wird, eine gute Hexe zu sein. Doch was dieses Gut sein bedeutet, scheinen sie und ihr treuer Kamerad, der Rabe Abraxas gründlich misszuverstehen.

Diesem Missverständnis entspringt die wundervolle Handlung der Geschichte rund um den Blocksberg und die Walpurgisnacht. Das Ganze gibt es als leichtfüßigen Theaterspaß unter der Regie von Pascal Makowka ab November 23 im Schnürschuh Theater für Familien und Schulklassen zu sehen.

Weiter Premieren u.a. Krabat und Corpus Delicti werden Anfang 2024 folgen. Viele Gründe für eine baldiges Widersehen im Schnürschuh Theater!

Anja Hinrichs & Pascal Makowka
(Geschäftsleitung & Künstlerische Leitung)


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