Lutz Hübner schreibt Theaterstücke,
die schnörkellos und ohne Schnickschnack Geschichten erzählen, die uns alle
angehen. Er versteht es, sie dramatisch spannend aufzubauen, und beim
„Aussetzer“ gelingt es ihm, obwohl der Stoff von Lehrern und Schülern handelt,
den belehrenden Zeigefinger nicht zu heben, sondern zum Nachdenken und
Diskutieren anzuregen.
Zwei
Personen, die Lehrerin Julika Stöhr und der Hauptschüler Christopher Neumann,
genügen Hübner in seinem Stück, um eine generationsübergreifende Problematik
darzustellen, denn das Gewaltpotenzial auf deutschen Schulhöfen schlummert ja
wahrlich nicht im Verborgenen.
Der notorische
Schulschwänzer Chris braucht zum Bestehen seines Abschlusses in einem der
Fächer seiner Lehrerin Stöhr eine Drei statt einer Fünf und will sie zu einer
Manipulation überreden. Sie weigert sich jedoch und wird von ihm geschlagen.
Statt disziplinarischer Maßnahmen entschließt sie sich zu Sonderschichten für
den Schüler, damit dieser auf ehrlichem Wege und mit Fleiß zu einer
befriedigenden Note kommt.
Geschickt kombiniert Hübner Monologe
und Zwiegespräche, sodass zwei Psychogramme entstehen, die das Publikum zu
fesseln vermögen.