Die fetten Jahre sind vorbei

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Nach dem gleichnamigen Film von Hans Weingartner
Für die Bühne eingerichtet von Gunnar Dressler


Inszenierung des Schnürschuh Theaters

Regie: Kurt Wobbe

Es spielen: Claus Franke, Mathias Hilbig, Jana Köckeritz, Michael Merlin


Was früher subversiv war, kannst du heute in jedem Laden kaufen.
Die Freunde Jan und Peter haben ihren Weg gefunden: Nachts brechen sie in Villen ein, aber nicht um zu stehlen, sondern um das Mobiliar auf den Kopf zu stellen. Ihre Botschaften lauten: »Die fetten Jahre sind vorbei!« oder »Sie haben zu viel Geld« – unterzeichnet mit »Die Erziehungsberechtigten «. Sie wollen die Intimität des Privaten irritieren, die Geschädigten zum Nachdenken bringen: Jeder wird beobachtet, und sei er noch so abgeschirmt und vermeintlich sicher. Jule, die eigentlich mit Peter liiert ist, verliebt sich in Jan. Im Überschwang der Gefühle steigen sie nachts zu zweit in eine Villa ein – und werden vom Besitzer überrascht. Dafür haben die »Erziehungsberechtigten« keinen Plan. Sie werden unversehens zu Entführern.

Das nach dem Drehbuch zum gleichnamigen Film entstandene Stück variiert das Thema des Politischen im Privaten und des Privaten im Politischen raffiniert und fängt damit heutiges Zeitgefühl ein. Die fetten Jahre sind vorbei schlägt den Bogen über 40 Jahre BRD-Revolte zwischen »Deutschland im Herbst« und Initiativen wie »attac«. Und als Liebesgeschichte erzählt Weingartner den nicht ausgeträumten und deshalb immer noch quälenden Traum von einem anderen, idealeren Leben.

 

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